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Schwimmendes Bionikzentrum Bayern

Realisierungswettbewerb 2011

Realisierungswettbewerb 2011

Ein Zentrum für Bionik hat die Aufgabe, das komplexe Verhältnis zwischen kulturellen sowie technologischen Entwicklungen und der Faszination des Machbaren einerseits und der Natur, ihrer Existenz und der Notwendigkeit ihres Schutzes andererseits zu beleuchten. Ziel der Ideenskizze ist es, eine strukturelle Analogie zwischen dem Projekt und den Inhalten der Ausstellung herzustellen. Leitmotive sind der Begriff der Angemessenheit und die signifikante Darstellung der Existenz einer Natur als Quelle der Wissenschaft - als Labor Natur.

Als Ausgangspunkt des Projektes schlagen wir vor, dieses unmittelbar in eine existierende Kreislaufwirtschaft zu integrieren. Als Schwimmkörper wird ein standardisierter Schubleichter eingesetzt, der gebraucht eingekauft und nach seiner Nutzung als schwimmendes Ausstellungszentrum erneut seiner ursprünglichen Nutzung zugeführt werden kann. Dieser für Schüttgut vorgesehene Schwimmkörper wird als eine Art Rohling genutzt und bildet den Ausgangspunkt für die architektonische Intervention.
Der Ausbau des Schubleichters erfolgt mit Bauelementen in Holzmassivbauweise. Der Werkstoff erlaubt es, mit monolithischen, einschaligen Konstruktionen zu arbeiten und damit einfache Konstruktionsprinzipien anzuwenden. Auch diese Form der Intervention ist reversibel, da das Massivholz wiederverwendbar und recyclebar ist. Denkbar ist auch die Weiterverwendung der Bauelemente als stationäres Ausstellungsgebäude auf dem Land.

Das beträchtliche wannenartige Raumvolumen des Schubleichters erhält einen modellierten, plastischen Dachkörper, der die Basis eines üppigen Dachgartens ist: Die intensive Begrünung des Dachs bestimmt die markante Silhouette des Objektes als schwimmenden Garten. Dieses Labor Natur bildet die Beobachtungsebene des Bionikzentrums – ein botanischer Garten, der das Anschauungsmaterial für die Wissenschaft liefert. Damit wird Natur als Forschungsobjekt, Inspiration und Vorbild für technologische Entwicklungen, die gefundene Prinzipien, Gesetzmäßigkeiten und Konstruktionen der Natur adaptieren selbst zum Ausstellungsgegenstand.

Die Wissenschaft der Bionik, die sich mit diesen Themen befasst, ist Gegenstand der Ausstellung im Innern des Schubleichters, der Erkenntnisebene. Abstrahierte Formenassoziationen stellen hier die Verbindung zur darüber liegenden Beobachtungsebene her.
Team Katharina Feldhusen, Ralf Fleckenstein, Matthias Hanzlik
Mitarbeit Burkhard Köhler