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Studentenwohnheim Göttingen

Zweiphasiger Realisierungswettbewerb 2014

Zweiphasiger Realisierungswettbewerb 2014

Das Wettbewerbareal erstreckt sich entlang der verkehrsreichen Bundesstrasse B 27 / An der Lutter und ist durch eine heterogene Bebauungsstruktur im städtebaulichen Kontext bestimmt:
In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Wohnsiedlung an der Lutter, die durch eine großmaßstäbliche, raumbildende Bebauungsstruktur bestimmt ist. Das angrenzende Quartier auf der Nordseite ist durch freistehende Einfamilienhäuser charakterisiert, auf der Westseite befindet sich ein Einzelhandelszentrum mit Großmärkten.
Mit der Bebauung des schmalen Grundstücks besteht die Chance, das Konglomerat unterschiedlicher Gebäude An der Lutter zu komplettieren und neue Quartiersräume zu schaffen und somit den Wohnstandort An der Lutter als ein zusammenhängendes Wohnensemble zu entwickeln.

Das städtebauliche Konzept sieht vor einen L-förmigen Baukörper entlang der Bundesstraße auszubilden, um die verschiedenen Bestandsgebäude zu einem Ensemble zu binden. Der Baukörper wird An der Lutter durch eine sägezahnähnliche Ausbildung in vier Segmente gegliedert. Die Rücksprünge schaffen sowohl aus der Perspektive der Bundesstrasse, als auch auf der Wohnseite eine dem Standort angemessene Maßstäblichkeit. Gleichzeitig kann diese Ausbildung des Baukörpers sowohl als Referenz an die bestehende Wohnbebauung gelesen werden, als auch eine Einbindung des Einzelhandelszentrum leisten.

Die Grundrisstypologie basiert auf einem Appartementmodul mit einer Fläche von ca. 26.6 qm. Das Modul beinhaltet einen multifunktionalen Wohnraum mit ca. 15.2 qm, ein Bad mit 2.5 qm und eine Minimalküche mit einer Fläche von 7.3 qm. Dabei wird der Wohnraum mit dem Bad als private ‚Homebase‘ definiert, der individuelle Küchenbereich kann bei Bedarf im Zusammenspiel mit dem Erschließungsgang einer Wohngemeinschaft zugeordnet werden.
Indem der Erschließungsgang zu einer gemeinschaftlich genutzten Wohnfläche transformiert wird, erhöht sich bei dem gemeinschaftlichen Nutzungsmodell die Wohnfläche pro Kopf. Im Falle der WG-Nutzung wird also die Gangerschließung von einzelnen Appartements in eine Spännererschließung von WG-Wohnungen verwandelt.
Team Katharina Feldhusen, Ralf Fleckenstein, Matthias Hanzlik
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