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Rudolfinum Klagenfurt

Wettbewerb 2016

Wettbewerb 2016

Im Rahmen des Wettbewerbs sollen Konzepte für die Neuordnung des Landesmuseums Kärnten im Rudolfinum entwickelt werden, um eine zeitgemäße Museumsarchitektur zu schaffen. Das 1884 eröffnete Rudolfinum wurde von dem Architekten Gustav Gugitz entworfen. Der Entwurf im Stil der Neorenaissance ist streng symmetrisch angelegt: der zentrale Eingang in das Museum wird von Osten erschlossen und führt durch die ursprünglich mit einem Oberlicht versehene Aula zur repräsentativen Treppenanlage, die als einzige vertikale Erschließung des Gebäudes dient. Eine ringförmige Flurerschließung bindet die Obergeschosse an das Treppenhaus an und bildet nördlich und südlich der Aula zwei Lichthöfe aus. Nach Kriegszerstörungen wurde das Oberlicht der Aula durch eine zweigeschossige Aufstockung ersetzt, welche die Flächen des Museums deutlich erweiterte.

Ausgangspunkt des Entwurfskonzeptes ist eine Neuinterpretation der Kernzone des Gebäudes, welche durch die nicht bauzeitliche Aufstockung der Aula in drei separate Teilbereiche zerschnitten wurde. Ziel ist die Herstellung eines Raumgefüges, das sowohl Qualitäten vertikaler Räume erschließt, als auch Raum- und Sichtbeziehungen in der Horizontalen ermöglicht und dem Museum somit eine neue lebendige Zentrierung verleiht. Die Raumvolumina der beiden Innenhöfe werden von ihren Einbauten befreit. Zusammen mit der vorhandenen Aufstockung des Antiksaals im 2. Obergeschoss erhalten sie einen neuen, mit Oberlichtern perforierten einheitlichen Dachabschluss. Der Festsaal des Mitteltraktes im 1.Obergeschoss unter dem Antikensaal wird zu den beiden Innenhöfen maximal geöffnet und verglast und ermöglicht auf diese Weise bisher nicht vorhandene Sichtbeziehungen vom südlichen zum nördlichen Flügel.

Der nördliche Hof wird auch weiterhin durch die Bibliothek genutzt. Durch das Verlegen der Dachebene und den Rückbau des bestehenden Daches erhält dieser Bereich eine neue Großzügigkeit. Die ehemals entlang der Innenwände verlaufenden Regale werden durch einen frei im Raum stehenden skulpturalen dreigeschossigen Einbau ersetzt. Diese als Leichtbau konzipierte Struktur geht in der freien Grundrissfigur auf Abstand zu den Wänden des Innenhofes und ermöglicht somit die Erschließung des kompletten Raumvolumens. Die Wände der Skulptur nehmen die Regale für die Bücher auf und erhalten eine transluzente Hülle aus Metallgewebe.
Team Matthias Hanzlik, Ralf Fleckenstein
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